german

Heinrich Heine

Heinrich Heine was born in Düsseldorf, Germany in either 1797 or 1799. In 1831 he took exile in France, where he often struggled financially despite irregular patronage from a millionaire uncle. With freedom of speech he developed an international reputation for the lyricism, wordplay, irony, and excoriating satire of his poems, and was called the last of the Romantics. In 1841 he married Crescence Eugénie Mirat (“Mathilde”), who cared for him during eight years of paralysis; he wrote from bed until his death in 1856.

 

Heinrich Heine

Heinrich was born in Düsseldorf, Germany in either 1797 or 1799. In 1831 he took exile in France, where he often struggled financially despite irregular patronage from a millionaire uncle. With freedom of speech he developed an international reputation for the lyricism, wordplay, irony, and excoriating satire of his poems, and was called the last of the Romantics. In 1841 he married Crescence Eugénie Mirat (“Mathilde”), who cared for him during eight years of paralysis; he wrote from bed until his death in 1856.

 

Terese Coe

Terese Coe’s poems and translations have appeared in Able Muse, Alaska Quarterly Review, the Cincinnati Review, New American Writing, Ploughshares, Poetry, Threepenny Review, Agenda, the Moth, New Walk, New Writing Scotland, Poetry Review, the TLS, the Stinging Fly, and many other publications and anthologies. Her poem “More” was heli-dropped across London in the 2012 London Olympics Rain of Poems, and her latest collection of poems, Shot Silk, was published by Kelsay Books.

 

Five Poems

english translation

Five Poems

original German poem

I.

Wenn ich nur wüßte,
Worauf dein letzter Blick ruhte.
War es ein Stein, der schon viele letzte Blicke
Getrunken hatte, bis sie in Blindheit
Auf den Blinden fielen?

Oder war es Erde,
Genug, um einen schuh zu füllen,
Und schon Schwarz geworden
Von soviel Abschied
Und von soviel Tod bereiten?

Oder war es dein letzter Weg,
Der dir das Lebewohl von allen Wegen brachte
Die du gegangen warst?

Eine Wasserlache, ein Stück spiegelndes Metall,
Vielleicht die Gürtelschnalle deines Feindes,
Oder irgend ein anderer, kleiner Wahrsager
Des Himmels?

Oder sandte dir diese Erde,
Die keinen ungeliebt von hinnen gehen läßt
Ein Vogelzeichen durch die Luft,
Erinnernd deine Seele, daß sie zuckte
In ihrem qualverbrannten Leib?

 

II.

Chor der Waisen

Wir Waisen
Wir klagen der Welt:
Herabgehauen hat man unseren Ast
Und ins Feuer geworfen –
Brennholz hat man aus unseren Beschützern gemacht –
Wir Waisen liegen auf den Feldern des Einsamkeit,
Wir Waisen
Wir klagen der Welt:
In der Nacht spielen unsere Eltern Verstecken mit uns –
Hinter den schwarzen Falten der Nacht
Schauen uns ihre Gesichter an,
Sprechen ihre Münder:
Dürrholz waren wir in eines Holzhauers Hand –
Aber unsere Augen sind Engelaugen geworden
Und sehen euch an,
Durch die schwarzen Falten der Nacht
Blicken sie hindurch –
Wir Waisen
Wir klagen der Welt
Steine sind unser Spielzeug geworden.
Steine haben Gesichter, Vater- und Muttergesichter
Sie verwelken nicht wie Blumen, sie beißen nicht wie Tiere –
Und sie brennen nicht wie Dürrholz, wenn man sie in den Ofen wirft –

Wir Waisen wir klagen der Welt
Welt warum hast du uns die weichen Mütter genommen
Und die Väter, die sagen: Mein Kind du gleichst mir!
Wir Waisen gleichen niemand mehr aud der Welt!
O Welt
Wir klagen dich an!

        

III.

Engel der Bittenden,
nun wo das Feuer wie ein reißendes Abendrot
alles Bewohnte verbrannte zu Nacht –
Mauern und Geräte, den Herd und die Wiege,
die alle abgefallenes Stückgut der Sehnsucht sind –
Sehnsucht, die fliegt im blauen Segel der Luft!

Engel der Bittenden,
auf des Todes weißem Boden, der michts mehr trägt,
wächst der in Verzweiflung gepflanzte Wald.
Wald aus Armen mit der Hände Gezweig,
eingekrallt in die Feste der Nacht, in den Sternenmantel.
Oder den Tod pflügend, ihn, der das Leben bewahrt.

Engel der Bittenden,
im Wald der nicht rauscht,
wo die Schatten Totenmaler sind
und die durchsichtigen Tränen der Liebenden
das Samenkorn.
Wie vom Sturm ergriffen, reißen
die mondverhafteten Mütter ihre Wurzeln aus
und mit Knistern der Greise Dürrholz verfällt.
Aber immer noch spielen die Kinder im Sande,
formen übend ein Neues aud der Nacht heraus
denn warm sind sie noch von der Verwandlung.

Engel der Bittenden,
segne den Sand,
laß ihn die Sprache der Sehnsucht verstehn,
daraus ein Neues wachsen will aus Kinderhand,
immer ein Neues!

 

IV.

Wenn der Tag leer wird
in der Dämmerung,
wenn die bilderlose Zeit beginnt,
die einsamen Stimmen sich verbinden –
die Tiere nichts als Jagende sind
oder gejagt –
die Blumen nur noch Duft –
wnn alles namenlos wird wie am Anfang –
gehst du unter die Katakomben der Zeit,
die sich auftun denen, die nahe am Ende sind –
dort wo die Herzkeime wachsen –
in die dunkle Innerlichkeit hinab
sinkst du –
schon am Tode vorbei
der nu rein windiger Durchgang ist –
und schlägst frierend vom Ausgang
deine Augen auf
in denen schon ein neuer Stern
seinen Abglanz gelassen hat –

 

V.

Der Schlafwandler
kreisend auf seinem Stern
an der weißen Feder des Morgens
erwacht –
der Blutfleck darauf erinnerte ihn –
läßt den Mond
erschrocken fallen –
die Schneebeere zerbricht
am schwarzen Achat der Nacht
traumbesudelt –

Kein reines Weiß auf Erden –

 

Nelly Sachs

Nelly Sachs was born in Berlin, Germany, in 1891, the only child of upper-middle class Jewish parents. As a child, she was partly educated at home because of weak health, and for the same reason her parents discouraged her from a career in dancing, in which she had begun to excel.

 

Teresa Iverson

Teresa Iverson is a poet, translator, and editor. She holds a PhD in German Literature and Literary Translation from Boston University; her dissertation, on the poetry of Gottfried Benn, is titled: Gottfried Benn’s Intimate Discourse: The “Du” in Monologic Art.
    With Rosanna Warren, she taught poetry at MCI-Framingham, Massachusetts’ only prison for women, and coedited In Time, a collection of student inmates’ writing.

 

Happiness

english translation

Happiness

original German poem

VI

Nicht lange täuschte mich das Glück,
Das du mir zugelogen,
Dein Bild ist wie ein falscher Traum
Mir durch das Herz gezogen. 

Der Morgen kam, die Sonne schien,
Der Nebel ist zerronnen;
Geendigt hatten wir schon längst,
Eh wir noch kaum begonnen.

 

Heinrich Heine

Heinrich Heine was born in Düsseldorf in either 1797 or 1799. He has been called the last of the Romantics, no doubt because he clearly skirted Romanticism through irony and satire. His university career progressed from Bonn in 1819 to Göttingen in 1820 to the more intellectual climate of the University of Berlin; by 1823 he had fled Berlin as well. When Prussia legislated against Jews taking university posts, Heine converted to Protestantism (1825), saying this was “the ticket of admission into European culture,” and changed his name from Harry to Heinrich.

 

Terese Coe

Terese Coe’s poems and translations have appeared in Poetry, The Threepenny Review, Ploughshares, New American Writing, Alaska Quarterly Review, The Cincinnati Review, Smartish Pace, Tar River Poetry and The Huffington Post; in the UK, The TLS, Poetry Review, Agenda, New Walk Magazine, Orbis, and Warwick Review; in Ireland, The Stinging Fly; and in many other publications, including anthologies.

 

Of the Drowned Girl

english translation

Of the Drowned Girl

original German poem

Vom ertrunkenen Mädchen

1.
Als sie ertrunken war und hinunter schwamm
Von den Bächen in die größeren Flüsse
Schien der Opal des Himmels sehr wundersam
Als ob er die Leiche begütigen müsse.

2.
Tang und Algen hielten sich an ihr ein
So dass sie langsam viel schwerer ward.
Kühl die Fische schwammen an ihrem Bein
Pflanzen und Tiere beschwerten noch ihre letzte Fahrt.

3.
Und der Himmel ward abends dunkel wie Rauch
Und hielt nachts mit den Sternen das Licht in Schwebe.
Aber früh ward er hell, dass es auch
Noch für sie Morgen und Abend gebe.

4.
Als ihr bleicher Leib im Wasser verfaulet war
Geschah es (sehr langsam), dass Gott sie allmählich vergaß.
Erst ihr Gesicht, dann die Hände und ganz zuletzt erst ihr Haar.
Dann ward sie Aas in Flüssen mit vielem Aas.

 

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